Pflanzen:
Ist der Weihnachtsstern giftig?
Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
Fam.: Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse)
Der Weihnachtsstern ist auch unter den Namen Adventsstern oder Poinsettie bekannt. Er ist gekennzeichnet durch besonders farbenprächtige sogenannte Hochblätter (meist feuerrot, lachsrosé oder rahmweiß), die die weißlich-gelben, unscheinbaren Blüten umgeben. Diese intensive Blattfärbung macht die Pflanze auch für Kleinkinder so "attraktiv".
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Foto: www.pflanzenfotos.de |
Inhaltsstoffe:
Alle Pflanzenteile enthalten einen weißen Milchsaft. Dieser Saft hat jedoch nichts mit dem stark reizenden und giftigen Euphorbia-Milchsaft gemein, der in anderen Pflanzenarten dieser Familie vorkommt. In allen Zuchtformen des Weihnachtssterns ist der Euphorbia-Milchsaft mit dem für Menschen schädlichen Inhaltsstoff (Diterpenester) nicht mehr vorhanden.
Maßnahmen:
Der Milchsaft und die Blätter des Weihnachtssterns schmecken leicht bitter (ohne Nachgeschmack) und nicht brennend. Nach dem "Genuss" von Teilen dieser Pflanze sieht man bei Kleinkindern gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden. Bei dem „Verzehr“ von mehr als einem Blatt kann es zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen.
Wir empfehlen als Tee, Wasser oder Saft trinken zu lassen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an ihren Arzt oder rufen Sie ein Giftnotrufzentrum an.
Anders ist die Einschätzung der Giftigkeit des Weihnachtssterns, wenn Haustiere davon gefressen haben. Hier liegt offensichtlich eine höhere Empfindlichkeit vor, da es wiederholt zu schweren Verläufen bis hin zum Tod bei Hund, Katze, Meerschwein oder Kaninchen kam.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Zuchtformen des Weihnachtssterns für den Menschen zu den gering giftigen Pflanzen zählt und demzufolge auch in Haushalten mit Kleinkindern ohne Probleme aufgestellt werden kann. Vorsicht ist bei Haustieren geboten.
Literatur: S. Ritter: "Vergiftungsunfälle mit Pflanzen" in: v. Mühlendahl K.E. et al "Vergiftungen im Kindesalter", 3. Auflage, S. 400, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart (1995)
Dipl.-Med. Dietmar Hoerster
Redaktionelle Bearbeitung: Ingrid E. Koch
Institut für Toxikologie
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