Sind Arzneimittel riskant?
Nach heutigem Wissen sind nur wenige Prozent aller Fehlbildungen durch äußere Einflüsse verursacht. Auch in der Bundesrepublik Deutschland werden jedes Jahr mehr Kinder durch Alkoholismus während der Schwangerschaft (www.fasd-beratung.de) geschädigt als durch harte Drogen oder Medikamente.
Von den zahlreichen, in den vergangenen Jahrzehnten eingeführten Medikamenten haben sich nur wenige als teratogen beim Menschen gezeigt. Nur die Retinoide (Vitamin A-Säure-Tabletten gegen Akne und Schuppenflechte) haben als "starke Teratogene" eine dem Thalidomid (Contergan) vergleichbar ausgeprägt schädigende Wirkung. Das ist einerseits beruhigend. Andererseits sind die meisten heute zugelassenen Medikamente nicht systematisch in der Schwangerschaft untersucht. Man kann nicht ausschließen, dass einige "schwache" Teratogene noch nicht entdeckt sind: Arzneimittel, die nur sehr selten, bei jeder 100. oder 1000. Schwangeren mit einer noch nicht erkannten genetisch festgelegten Empfindlichkeit das Ungeborene schädigen können.
Daher sollten Schwangere, besser noch alle Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, nur mit länger eingeführten, erprobten Mitteln behandelt werden. Neue Medikamente sollten nur dann verwendet werden, wenn ältere unverträglich oder erwiesenermaßen unwirksam sind.
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