Stillen und Medikamente
Auch in der Stillzeit kann man oft nicht auf eine medikamentöse Behandlung verzichten. Häufig wird angenommen, Stillen vertrage sich mit einer Medikamenteneinnahme der Mutter nicht. Für die meisten Erkrankungen gibt es aber gut erprobte Arzneimittel, die Weiterstillen erlauben. Allerdings gibt auch hier - wie in der Schwangerschaft - der Beipackzettel keine zuverlässige Auskunft. Einschlägige Literatur (z.B. das von uns herausgegebene Lehrbuch) oder ein embryonaltoxikologisches Zentrum sollten im Zweifelsfall befragt werden. Stillende sollten sich zunächst an Ihren Kinderarzt, ihre Stillberaterin oder Hebamme wenden und ggf. auf unser Institut verweisen. In schwierigen Fällen beraten wir auch die Stillenden selbst.
Keine Stillpause ist nötig bei
![]() | Örtlicher Betäubung (z.B. beim Zahnarzt)
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![]() | Nach einer Narkose (z.B. beim Kaiserschnitt). Es kann sofort nach dem Aufwachen wieder angelegt werden.
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![]() | den gängigen Antibiotika, z.B. Penicillinen, Cephalosporinen, Erythromycin und anderen Makroliden sowie Co-trimoxazol
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![]() | Glucocorticoiden, z.B. Prednisolon – selbst in hohen Dosen |
Unter einer Dauerbehandlung, z.B. mit manchen Psychopharmaka, können durch Anreicherung Symptome beim Kind nicht ausgeschlossen werden. Neugeborene, insbesondere Frühgeborene können empfindlicher auf Medikamente reagieren als Säuglinge über 2 Monaten. In den ersten 2-3 Lebenstagen ist die Milchmenge allerdings noch sehr gering.
Abpumpen der Milch als "Reinigungsmaßnahme" ist i.a. kaum sinnvoll, da das mütterliche "Reservoir" erheblich ist und bei vielen Medikamenten auch eine Rückverteilung von der Milch zum Plasma hin stattfindet.
Besonders gut untersuchte Medikamente für die Stillzeit sind in Tabelle „Medikamente der Wahl" zusammengestellt.
Pharmakovigilanz- und
Beratungszentrum für
Embryonaltoxikologie
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